Dragon´s Cup 2012 – die Stimmen

Das sagen andere Stimmen über unser Turnier:

Lehrmeistern eine Lektion erteilt

02.06.2012, 07:06 Uhr
Elmshorns Sepaktakraw-Asse düpieren bei fernöstlichem Fußvolleyballturnier favorisierte Malaysier

Elmshorn. Wenn in einer exotischen Sportart wie der fernöstlichen Fußvolleyball-Variante Sepaktakraw ein Außenseiter dem turmhohen Favoriten und Lehrmeister ein Bein stellen kann, ist der Jubel beim Underdog groß. So gab es denn auch beim Dragon’s Cup des Vereins Takraw Elmshorn in der Halle der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule am Hainholzer Damm kein Halten mehr, als ein aus Christian Rieck, Trung Tran und Amran Salleh bestehendes Zweier-Team (mit Wechselspieler) des Ausrichters das hoch favorisierte malaysische Duo Zabidi Shariff Mohamad Irfan im Finale mit 2:1 Sätzen besiegt hatte.
Zu den ersten Gratulanten der strahlenden Sieger gehörte Takraw-Trainer Ismael Salleh. “Vielen Dank an meine Jungs”, freute sich der Coach. “Es macht mich so glücklich, dass sie mit den Helden aus meiner Heimat mithalten können.” Diese Wortwahl belegte denn auch gleich, welchen Stellenwert Sepaktakraw in Fernost besitzt. Insbesondere der ehemalige Weltmeister Shariff wird in Asien ebenso vergöttert wie “Fußball-Kaiser” Franz Beckenbauer in Europa. “Er wird in Malaysia nur ‘Legend’ genannt, es gibt sogar Sportschuhe mit seinem Namenszug”, weiß Christian Rieck.
Die geballte Erfahrung der fernöstlichen Legende reichte aber nicht, die Elmshorner auf dem Weg zum Turniersieg zu stoppen. “Bei uns hatten alle drei Spieler denselben Anteil am Erfolg”, freute sich Rieck, der mit Salleh die Startformation bildete. Nach gewonnenem ersten Satz wurde zu Beginn des zweiten Tran für Rieck eingewechselt. Im Schlussabschnitt konnte dann die Kombination Tran/Rieck, die schon mehrfach bei Europameisterschaften triumphierte, beim Stand von 14:11 gleich den ersten von drei Matchbällen mit der kleinen gelben Hartplastikkugel zum Sieg nutzen.
Insgesamt boten in Elmshorn 24 Teams im Zweier- und Dreierwettbewerb exotischen Spitzensport in Perfektion. Auf ihrem Weg ins Endspiel besiegten Salleh, Rieck und Tran im Halbfinale das zweite Elmshorner Doppel mit Wechselspieler (Robert Dolezik, Simon Saborowski, Sebastian Schürmann), das sich dann gemeinsam mit einem gemischten Team (Joschka Sebrantke aus Elmshorn/Thomas Kaiser aus Köln) Platz drei teilte. Im Dreier-Turnier war für die Elmshorner Dolezik, Saborowski, Salleh und Schürmann im Halbfinale gegen Köln Schluss. In der zweiten Division durften dann aber wieder Einheimische jubeln: Riecks Bruder Sebastian, Lars Lydorf und Merten Behrens setzten sich im Finale gegen ein Team aus Basel durch.(fwi)
 
 
Takraw-Cologne.de:

Dragons Cup: Ansichten eines Takraw-Balls

Dragons Cup: Viertelfinale Elmshorn 2 (l.) vs Köln 1
Dragons Cup: Viertelfinale Elmshorn 2 (l.) vs Köln 1
Mit Füßen getreten und doch verehrt: Beim Dragons Cup im Elmshorn standen die geflochtenen Rattankugeln im Mittelpunkt. Malaysia, Köln und Elmshorn gingen besonders gut mit ihnen um.
“Christian Rieck war der Letzte, der mich oder einen meiner Artgenossen getreten hat, bei einem Turnier namens Dragons Cup. Ich habe seine Tritte genossen und als mir der finale Stoß versetzt wurde, schaffte es nicht mal der einst beste Spieler der Welt, mich anzunehmen. Zabidi Shariff heißt der und kommt aus Malaysia. Was für ein Name. Ich heiße Marathon MT 908 und komme aus Thailand…Während Rieck und seine Doppelpartner Trung Tran und Amran Salleh von Sukarela Elmshorn sich jubelnd in den Armen lagen, weil sie einer Sensation gleich im Finale das favorisierte malaysische Doppel vor heimischen Publikum in drei Sätzen besiegten, lag ich irgendwo in der KGSE-Halle rum, unbeachtet aber glücklich.
Ich bin rund zur Welt gekommen, und gelb, keine Angst, das sind keine Hämatome. Auch innere Verletzungen trage ich nicht davon, denn in mir ist ja nichts, gar nichts. Gummischale, gar kein Kern. Mir ist immer noch schwindelig von dem Wochenende. So viele Augen wie beim Dragons Cup sind selten auf mich gerichtet und so gekonnt wurde ich selten durch die Luft geschossen. Ehe mich die Doppel von Malaysia 1 und Elmshorn 1 malträtierten, habe ich ganz schön für Spannung gesorgt. Tapfere Jungs aus Kiel, die normalerweise eine kleiner Ballspezie verkloppen, haben es mit mir versucht und schon 4 Matchbälle gegen das renommierte Doppel Joschi und Thomas gehabt. Letztlich habe ich mich dann doch für die Jungs im Deutschland-Trikot entschieden. Auch die Kölner Thais San und To habe ich gegen die späteren Sieger kurz an der Sensation schnuppern lassen und bin dann doch von ihren Knöcheln und Waden abgeprallt, als wäre ich ein eckiger Flummi.
Dragons Cup: Doppel Halbfinale Elmshorn 2 (l.) vs Elmshorn 1
Dragons Cup: Doppel Halbfinale Elmshorn 2 (l.) vs Elmshorn 1
Beim 3 gegen 3 war ich natürlich auch mittendrin, was für ein durcheinander, soviele Beine…. Belgische, französische, schweizer, malaysische. Junge, alte, behaarte und zarte. Auch weibliche, zum Glück, immer nur von groben Männerfüßen gekickt zu werden, macht auf Dauer auch keinen Spaß. Die Elmshorner Ladies kannte ich noch nicht und sie waren nett zu mir, etwas zu nett vielleicht, kannten meine devote Ader wohl noch nicht. Die Damen aus Belgien waren schon weniger rücksichtsvoll, und bei den Kölner Frauen spürte ich kaum noch einen Unterschied zu den männlichen Tretern. Kein Wunder, dass die am Ende einen Pokal entgegen nahmen und sogar Herrenteams schlugen.
Auch die Kölner Männer habe ich mit einem Pokal in der Hand gesehen. Die wussten aber offensichtlich nicht, ob sie sich darüber freuen sollten, das hab selbst ich gesehen, obwohl ich gar keine Augen habe. Drei Tage lang schlugen sie im Regu auf mich ein, ließen keine Mannschaft auch nur einen Satz gewinnen, auch nicht die beiden besten Regus der Hausherren. Nur im Finale gegen Malaysia 1 prallte ich ein wenig zu oft von ihren Köpfen und Füßen ins Aus oder Netz, so dass ich am Ende ganz knapp für zu wenig Punkte auf Kölner Seite sorgte.
Dragons Cup: Regu-Final Malaysia 1 (l.) vs Köln 1
Dragons Cup: Regu-Final Malaysia 1 (l.) vs Köln 1
Auch von der zweiten Division muss ich mich erstmal wieder erholen. Volleyballer vom VfL Pinneberg haben mir die Stirn geboten – fast ausschließlich die Stirn…Musste mich erstmal von Schweiß und ihren blonden Haaren befreien und war froh, dass der Nachwuchs aus Basel mich hin und wieder im Finale mit der Sohle streichelte. Reichte aber nicht für die Schweizer Equipe, doch ich fürchte jetzt schon, dass mich die Kleinen in Zukunft härter rannehmen werden…ach, was heißt fürchten, mir gefällt es, ich bin Masochist aus hartem Plastik und freue mich schon auf eine Tracht Prügel bei den French Open in Strasbourg am ersten Septemberwochenende 2012.”

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